Wir haben im letzten Eintrag Skepsis gegenüber der Idee eines vierten Paradigmas geäußert, ohne die Gelegenheit zu nutzen, auf einen zahlenmystischen Aspekt zu verweisen. Es fällt doch auf, daß die rationalen Datenverehrer bei der Ankündigung ihrer neuen Wissenschaft ausgerechnet von einem vierten Paradigma reden. Da ist sie nämlich wieder, die heilige Vierzahl (Tetraktys) des Pythagoras, die sich in der Antike ebenso findet wie in der Moderne (etwa in den Himmelsrichtungen und Rechenoperationen, in der Zahl der Elemente, der Zahl der Elementarteilchen oder ihrer Wechsewirkungen) und in der Physik ebenso wie in der Biologie (in der DNA vier Basenpaare aus vier Atomsorten). Was fasziniert an der VIER? Der 1945 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Physiker Wolfgang Pauli hat sich Gedanken darüber gemacht, und zwar in Briefen, deren Empfänger er dann “mit quartärnären Grüßen” bedachte. Details kann man in meiner Pauli-Biographie nachlesen (“Brücken zum Kosmos”), die auf Beiträge des Unbewussten und irrationale Elemente in einer kreativen Forschung hinauslaufen. In Maschinen findet sich davon nichts. Wissenschaft wird also weiter von Menschen gemacht – wir müssen nur das Brett vor unserem Kopf abnehmen, das wir Paradigma nennen.